Sommerblüte in voller Pracht: 23 Schmetterlingsarten gesichtet
Beobachtungen 15. June 2024 8 Min. Lesezeit

Sommerblüte in voller Pracht: 23 Schmetterlingsarten gesichtet

Die Hauptblütezeit hat begonnen und unsere Wiese zeigt sich von ihrer schönsten Seite. Heute konnten wir bei einer einstündigen Beobachtung 23 verschiedene Schmetterlingsarten zählen.

Maria Schmidt
Maria Schmidt
Naturbeobachterin & Umweltpädagogin

Ein perfekter Sommertag auf unserer Insektenwiese: Die Sonne scheint, die Temperaturen liegen bei angenehmen 24 Grad und ein leichter Wind weht durch die Blüten. Ideale Bedingungen für eine ausgiebige Beobachtungstour.

Bereits beim ersten Schritt auf den Beobachtungspfad wird klar: Heute ist ein besonderer Tag. Die Wiese summt und brummt vor Leben. Überall flattern Schmetterlinge von Blüte zu Blüte, Wildbienen sammeln fleißig Pollen und selbst einige Hummeln sind trotz der Wärme aktiv unterwegs.

Die Vielfalt der Schmetterlinge

In einer einstündigen Zählung zwischen 11 und 12 Uhr mittags konnten wir insgesamt 23 verschiedene Schmetterlingsarten dokumentieren. Darunter befanden sich sowohl häufige als auch seltene Arten:

  • Tagpfauenauge – Besonders zahlreich auf den Disteln und Flockenblumen vertreten
  • Distelfalter – Mehrere Exemplare, vermutlich aus der aktuellen Wandergeneration
  • Schwalbenschwanz – Ein echtes Highlight! Zwei Exemplare wurden beim Nektarsammeln beobachtet
  • Kleiner Fuchs – Häufig auf den Margeriten anzutreffen
  • Admiral – Ein Einzelexemplar auf der Wasserstelle
  • Zitronenfalter – Mehrere Männchen und Weibchen aktiv

Die Bedeutung der Blütenvielfalt

Der Grund für diese außergewöhnliche Artenvielfalt liegt in der durchdachten Bepflanzung unserer Wiese. Aktuell blühen gleichzeitig Kornblumen, weiße und gelbe Margeriten, violette Flockenblumen, Klatschmohn, Wilde Malve, Natternkopf und verschiedene Klee-Arten.

"Eine Wiese ist dann besonders wertvoll für Schmetterlinge, wenn sie eine möglichst große Vielfalt an heimischen Blütenpflanzen bietet, die zu unterschiedlichen Zeiten blühen und verschiedene Nektarquellen darstellen." – Dr. Johannes Müller

Warum heimische Pflanzen so wichtig sind

Viele Schmetterlingsraupen sind auf bestimmte Futterpflanzen spezialisiert. Der Schwalbenschwanz beispielsweise legt seine Eier bevorzugt auf Wilde Möhre und Fenchel ab. Ohne diese Pflanzen kann sich die Art nicht fortpflanzen – egal wie viele Nektarquellen vorhanden sind.

Fazit

Die heutigen Beobachtungen zeigen einmal mehr: Eine durchdachte Insektenwiese mit ihrer Vielfalt an Lebensräumen und Nahrungsquellen kann eine erstaunlich hohe Artenvielfalt beherbergen.

Tags

Beobachtung Sommer Wildblumen Artenvielfalt Schwalbenschwanz
Maria Schmidt

Maria Schmidt

Naturbeobachterin & Umweltpädagogin

Maria ist seit über 15 Jahren in der Umweltbildung tätig und hat die Insektenwiese von Anfang an begleitet. Ihre Leidenschaft gilt besonders den Schmetterlingen und Wildbienen.

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